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Eintrag
vom 23. November 2012
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LRin Karin Scheele startet SP-Initiative zur
Kinderbetreuung in Niederösterreich

 

Beste Kinderbetreuung in unserem Bundesland -
"Weil unsere Kleinen das Größte sind"

 

St. Pölten (OTS/SPI) - Unter dem Motto "Weil unsere Kleinen das Größte sind" präsentiert Niederösterreichs Soziallandesrätin Mag.a Karin Scheele heute ihre Forderungen für die beste Kinderbetreuung in Niederösterreich. Unterstützung erhält sie dabei von einer ihrer Vorgängerinnen, der langjährigen Landesrätin für das Sozial-, Schul-und Kindergartenwesen Traude Votruba. In einer Pressekonferenz im Volkshilfe Kinderhaus in St. Pölten erörtern sie gemeinsam die Anliegen vieler Eltern nach mehr Kinderbetreuungsangeboten für unter 2,5-Jährige, nach längeren und flexibleren Öffnungszeiten und einer deutlichen Reduktion der geschlossenen Tage.

 

Landesrätin Karin Scheele erklärt ihre Beweggründe: "Mit unserer Initiative wollen wir auf Probleme aufmerksam machen und Verbesserungen vorantreiben. Jedes Kind hat Anspruch auf die beste Kinderbetreuung, egal in welcher Stadt oder Ortschaft es lebt, ob in St. Pölten oder im nördlichen Waldviertel." Doch die regionalen Unterschiede sind groß. Nach der aktuellen Kindertagesheimstatistik fehlen landesweit etwa 5.000 Kleinkinderbetreuungsplätze um internationale Richtgrößen zu erreichen. Einige Bezirke haben überhaupt keine institutionelle Betreuung speziell für Kinder unter drei Jahre. Dazu Landesrätin Scheele: "Wir wollen Wahlfreiheit ohne Zwang: Eltern sollen selbst, nach ihren Bedürfnissen, entscheiden können, welche Betreuungsform für ihr Kind die richtige ist - ob Kinderkrippe, Krabbelstube, öffentliche Einrichtung, in einem privaten Verein oder bei Tageseltern im Ort. Dafür ist ein ausreichendes Angebot zur Verfügung zu stellen."

 

Auch mit den vorherrschenden Öffnungszeiten und Schließtagen haben viele Familien zu kämpfen: Fast die Hälfte aller niederösterreichischen Kindergärten sperrt vor 15:30 Uhr zu und beinahe 80 Prozent der Kindergärten haben fünf Wochen oder mehr im Jahr geschlossen. Für Karin Scheele ist es daher notwendig gesellschaftlichen Realitäten ins Auge zu sehen: "Flexibilität ist ein wichtiger Parameter unserer Arbeitswelt geworden. Mit einem Jahresdurchschnitt von 34,7 Schließtagen, also fast 7 Wochen, unserer Kindergärten liegen wir deutlich über dem Jahresurlaubsanspruch der ArbeitnehmerInnen. Wien hat vergleichsweise nur 3,3 Tage. Die Öffnungszeiten und die Anzahl der geschlossenen Tage von Kindergärten müssen sich besser an den Bedürfnissen der Menschen orientieren."

 

Für Landesrätin a. D. Traude Votruba ist dringender Handlungsbedarf gegeben. Für sie war Niederösterreich immer federführend im Bereich der Kinderbetreuung, das Land hat aber in den letzten Jahren den Anschluss verpasst: "Es gibt einen erheblichen Unterschied zwischen dem Bedarf und dem vorhandenen Angebot. Die Anliegen vieler Eltern nach flächendeckender Kinderbetreuung und flexiblen Öffnungszeiten sind ernst zu nehmen. Nur so kann eine wirkliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet werden. Außerdem sind unsere Krabbelstuben und Kinderkrippen die ersten Bildungseinrichtungen und immens wichtig für die späteren Chancen unserer Kinder."

 

Unsere KindergartenpädagogInnen und BetreuerInnen leisten sehr gute Arbeit. Diese Arbeit muss auch öffentlich gewürdigt und anerkannt werden. "Angesichts des notwendigen Ausbaus der Kinderbetreuung ist es wichtig genügend motivierte MitarbeiterInnen zu finden", so Scheele. Ein Anliegen ist ihr in diesem Zusammenhang die sozialrechtliche Absicherung der Tageseltern. Diese sollten, wie in der Steiermark üblich, angestellt sein. So ist auch alles eine Frage des Geldes. Derzeit tragen die Kosten der Kleinkinderbetreuung in erster Linie die Eltern und die Gemeinden. Beide wollen den Ausbau der Kleinkinderbetreuung, können aber dafür nicht mehr ausgeben. Neben einem höheren Personalkostenzuschuss des Landes fordert die SPNÖ daher eine geeignete Sockelfinanzierung pro Kleinkindgruppe.

 

All diese Vorschläge kann die SPÖ-Niederösterreich natürlich nicht alleine umsetzen. Eine, die zahlreiche Regierungsverhandlungen zu diesem Thema hautnah miterlebt hat, ist Landesrätin a. D. Traude Votruba. Viele der heutigen Forderungen hat sie bereits vor 15 Jahren erhoben. Sie erinnert sich an schwierige Verhandlungen zum Kindergartengesetz 1996 zurück: "Institutionelle Kleinkinderbetreuung war für die ÖVP eine verwerfliche Angelegenheit und keinesfalls Idealbild für eine verantwortungsvolle Mutter. Jeder Verbesserungsvorschlag in diese Richtung wurde abgeschmettert. Sogar die katholische Kirche wurde angerufen um die Unchristlichkeit unserer Vorstellungen zu untermauern. Erst nach zähen Verhandlungen und viel Druck von SPÖ, Sozialpartnerschaft, vielen Vereinen und auch der Öffentlichkeit, haben wir ein Ergebnis erreicht. Ich weiß also wie schwierig solche Verhandlungen sind und es wird heute ebensoviel Druck brauchen um die ÖVP gesellschaftspolitisch zu bewegen. Da setze ich auf das integrative Verhandlungsgeschick von Karin und wünsche ihr alles Gute."

 

"Weil unsere Kleinen das Größte sind" wird für Landesrätin Scheele zu einer Niederösterreich-Tour durch die Bezirke. Neben landesweiten Pressekonferenzen rund um das Thema, wird auch in sämtlichen Bezirken ein Pressegespräch mit SP-PolitikerInnen vor Ort veranstaltet. Zusätzlich soll mit Verteilaktionen auf die Forderungen aufmerksam gemacht werden. Dazu Karin Scheele: "Niederösterreich ist ein großes Bundesland, die Probleme der Menschen sind regional verschieden. Wir möchten aber alle Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher einbinden und ersuchen sie um Unterstützung."